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Artikel: US Open Rückblick: Zverev-Aufschlag, Federer-Fluch und Schweizer Bilanz | SIP & CHARGE

US Open Rückblick: Zverev-Aufschlag, Federer-Fluch und Schweizer Bilanz | SIP & CHARGE
Hauptfolge

US Open Rückblick: Zverev-Aufschlag, Federer-Fluch und Schweizer Bilanz | SIP & CHARGE

Die US Open in New York sind Geschichte. Das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres bot packende Ballwechsel, hinterlässt aber auch viele offene Fragen. In der neuen Folge unseres Tennis-Podcasts «SIP & CHARGE» blicken Noel und Lukas auf die heissesten Themen der Tour zurück.

Zverevs Aufschlag-Routine: Braucht Tennis strengere Regeln?

Ein Thema sorgte in Flushing Meadows für besonders hitzige Köpfe: Alexander Zverev und seine extrem zeitraubende Routine vor dem Servicestart. Zerstört das Verzögern den Spielfluss für Gegner und Fans? Wir analysieren, ob die Tour jetzt härtere Strafen bei der Shot Clock durchsetzen muss.

Eine Kunstform stirbt aus: Das Ende der einhändigen Rückhand?

Auf der ATP-Tour verschwindet ein Klassiker des eleganten Tennissports zusehends: die einhändige Rückhand. Was früher Standard war, spielen heute fast nur noch Ausnahmespieler. Wir beleuchten die sportlichen, athletischen und modernen Gründe für diesen Wandel.

Der New-York-Fluch seit Roger Federer (2008)

Seit Roger Federers fünftem Titelgewinn im Jahr 2008 konnte kein einziger Spieler mehr den US-Open-Titel erfolgreich verteidigen. Weder Rafael Nadal noch Novak Djokovic gelang dieser Coup. Warum lastet dieser Fluch seit 2008 auf New York? Wir werfen einen Blick in die Geschichtsbücher.

Schweizer Bilanz, Carlos Alcaraz und der Saison-Endspurt

Zum Abschluss ziehen wir eine ehrliche Bilanz zum Auftritt der Schweizer Delegation in New York. Wir bewerten die Leistung von Carlos Alcaraz und geben einen Ausblick auf die spannenden Turniere im anstehenden Saison-Endspurt.

Hör jetzt rein: Die neue Folge von SIP & CHARGE findest du auf allen gängigen Podcast-Plattformen!


Vollständiges Episoden-Transkript lesen ⬇️

[00:00] Intro: US-Open-Bilanz, Zverevs Marotten & Federer-Rekord

Lukas: Während echte Tennis-Ästhetik wie die einhändige Rückhand langsam ausstirbt, nehmen nervige Marotten überhand – Stichwort: Alexander Zverev beim Aufschlag!

Noël: Absolut. Die US Open sind vorbei und wir ziehen Bilanz: Wer hat geglänzt, wer hat enttäuscht und warum hat es seit 2008 eigentlich niemand mehr geschafft, was Roger Federer vorgemacht hat?

Lukas: Dazu das Alcaraz-Comeback, die Leistungen der Schweizerinnen und Schweizer und die Frage: Braucht Tennis jetzt radikale Regeländerungen? Willkommen zu einer neuen Folge von SIP & CHARGE!

[01:15] Stefanos Tsitsipas: Comeback unter Mouratoglou & Vater-Bruch

Lukas: Stichwort US Open, gehen wir direkt rein. Haben dir die Matches schlaflose Nächte bereitet?

Noël: Im mehrfachen Sinn! Ich habe einen grossen Teil des Turniers in den Ferien in Griechenland geschaut – abends nach dem Strand noch Tennis an. Und bezüglich Griechenland: Tsitsipas hat uns positiv überrascht. Erste Runde gegen Arthur Fils verloren wir im ersten Satz, Break hinten im zweiten – und dann dreht er das Ding und gewinnt 3:1.

Lukas: Man hat den Einfluss des neuen Trainerteams mit Patrick Mouratoglou und Dimitris Peppas direkt gesehen. Er diktiert wieder viel aktiver mit der Vorhand, nimmt enormes Tempo mit und steht erstmals seit 2023 wieder in der zweiten Woche eines Grand Slams.

Noël: Genau. Und vor allem die Trennung von seinem Vater Apostolos scheint ihm sportlich wie mental Luft zu verschaffen, auch wenn familiäre Brüche immer heikel sind.

[06:30] Zverevs Final-Triumph & Ben Sheltons Reife

Lukas: Schauen wir auf das Finale: Alexander Zverev gegen Ben Shelton. Mich hat die familiäre Unterstützung bei beiden berührt – Shelton mit Vater, Mutter, Schwester und Freundin Trinity Rodman in der Box, bei Sascha die ganze Zverev-Familie mit Mischa.

Noël: Was mich überrascht hat: Zverev hat nach dem Matchball gar nicht realisiert, dass er die US Open gewonnen hat! Erst als Mischa rief: «You won the US Open, man!», fiel der Groschen.

Lukas: Das zeigt seinen Tunnel-Fokus. Nach dem bitteren 2020-Drama gegen Dominic Thiem hat Sascha eine enorme Reife bewiesen. Auch wenn Shelton im Finale Lehrgeld zahlen musste – mit seinen 23 Jahren und Auftritten wie der Rede an 9/11 gehört ihm die Zukunft.

[13:30] Die Aufschlag-Debatte: Zverevs Ballprellen & Shot-Clock-Reform

Noël: Ein riesiges Ärgernis war Zverevs Aufschlag-Routine. Bis zu 26 Mal prellt er den Ball vor dem Service! Das erinnert an die schlimmsten Phasen von Djokovic.

Lukas: Das Problem ist das Reglement: Auf den ersten Service gibt es die 25-Sekunden-Shot-Clock, aber beim zweiten Aufschlag gibt es quasi kein fixes Zeitlimit. Shelton hat sich im Halbfinale gegen Tiafoe und Khachanov gegen Sascha massiv darüber aufgeregt. Man verliert als Returnspieler komplett den Rhythmus und den Split-Step-Moment. Eine Shot Clock auch für den zweiten Aufschlag ist längst überfällig.

[19:40] Wawrinkas US-Open-Abschied & bittere Niederlagen

Noël: Aus Schweizer Sicht tat das Aus von Stan Wawrinka weh. Gegen einen angeschlagenen Matteo Berrettini war absolut mehr drin, der zweite Satz lag auf dem Serviertablett. Der Viertel des Tableaus wäre offen gewesen.

Lukas: Leider ein typisches Muster der letzten Monate bei Stan. Und die Verabschiedung auf der Anlage wirkte nach all seinen New-York-Verdiensten etwas lieblos.

[22:40] Schweizerinnen im Check: Bencic-Krimi & Quali-Flaute

Noël: Drama pur gab es bei Belinda Bencic gegen Yulia Putintseva auf Court 17. Eine störende Drohne, zerschlagene Rackets, Bencic pfeffert einen Ball auf die Ränge – da hätte man sogar über eine Disqualifikation diskutieren können.

Lukas: Sportlich extrem bitter: Nach Führung brach Belindas Aufschlag komplett ein – von 77 % im ersten Satz auf 40 % und fünf Doppelfehler im Entscheidungssatz. Auch Viktorija Golubic und Simona Waltert mussten früh die Segel streichen. Es herrscht gerade eine spürbare Übergangsphase im Schweizer Tennis.

[28:10] Elena Rybakina neue Nummer 1 & US-Hype

Noël: Bei den Frauen krönt sich Elena Rybakina mit Siegen über Coco Gauff und Sabalenka verdient zur neuen Titelträgerin und übernimmt die Führung in der Weltrangliste. Ihre Nervenstärke im dritten Satz war absolute Weltklasse.

Lukas: Auffallend war auch das starke Abschneiden der US-Amerikanerinnen wie Iva Jovic, Jessica Pegula und Emma Navarro. Dazu sorgten die ausgefallenen Outfits von Naomi Osaka und Taylor Townsend für reichlich Gesprächsstoff.

[36:40] Reform-Debatte: Braucht Tennis kürzere Sätze oder Kalender-Pausen?

Lukas: Die späten Night Sessions – Matches, die morgens um 4 Uhr enden – sind ein Desaster für Athleten und Fans. Müssen wir die Zählweise anpassen, etwa Sätze nur bis 4 Games (Fast4) oder No-Ad bei Deuce?

Noël: Kürzere Sätze zerstören epische Fünfsatz-Comebacks! Wenn du gegen einen Aufschlagriesen wie Shelton spielst und bei 4:4 ein Break kassierst, ist der Satz weg. Die Schraube muss man woanders ansetzen: Kürzere Pausen zwischen den Ballwechseln (z. B. 15 Sekunden nach Assen) und vor allem beim überladenen Turnierkalender der ATP, statt immer neue Masters-Turniere hineinzuquetschen.

[45:00] Ausblick: Asien-Tour, Davis Cup & Laver Cup

Lukas: Wie geht die Tour jetzt weiter? Es stehen die Davis-Cup-Woche und der Laver Cup an – Shelton hat abgesagt (ersetzt durch Brandon Nakashima), während Zverev und Alcaraz voll durchziehen.

Noël: Danach folgt der Asien-Swing mit den 500ern in Peking und Tokio, bevor wir in unserer Sonderfolge Local Cracks die Schweizer Delegation und Talente wie Mika Brunold detailliert analysieren. Bis zum nächsten Mal!

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