
Zverev Nummer 1, Sinners Saison-Aus & Djokovics siebter Titel in Peking – Tennis-Update Oktober 2026
Alexander Zverev ist die neue Nummer 1 der Welt. Jannik Sinner fällt verletzt aus, Novak Djokovic bleibt in Peking ungeschlagen. Noël und Lukas blicken auf drei turbulente Wochen auf der ATP- und WTA-Tour zurück.
Alexander Zverev: Nummer 1 mit Rekord-Kuriosum
Zverev steht an der Spitze der Weltrangliste. Das Kuriosum: In der gesamten Saison hat er nur zwei Titel gewonnen.
Jannik Sinner: Saison-Aus nach dem Golden-Masters-Jahr
Sinner fällt wegen einer Knieverletzung für den Rest des Jahres aus. Damit endet sein Golden-Masters-Jahr vorzeitig.
Djokovic in Peking: 34:0 und Titel 102
Novak Djokovic gewinnt die China Open zum siebten Mal. In Peking steht er bei 34:0 und holt Titel Nummer 102. Für Schlagzeilen sorgt auch die Disqualifikation von Daniil Medvedev.
Shanghai Masters: Davidovich Fokinas erster Masters-Titel
Alejandro Davidovich Fokina gewinnt in Shanghai seinen ersten Masters-Titel, vor Rafael Jódar. Carlos Alcaraz scheidet früh aus.
WTA: Zheng Qinwen, Mirra Andreeva und Maja Chwalińska
Zheng Qinwen feiert in Peking einen historischen Sieg. Maja Chwalińska legt in Wuhan einen märchenhaften Lauf hin. Dazu ein Blick auf Mirra Andreeva.
Svitolina und Monfils: Trennung nach fünf Ehejahren
Elina Svitolina und Gaël Monfils gehen nach fünf Ehejahren getrennte Wege. Monfils tritt zudem ohne Abschied zurück.
Swiss Corner: Bencic, Golubic und der Countdown für Basel
Belinda Bencic und Viktorija Golubic stehen im Fokus. Und der Countdown für Basel läuft.
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Transkript der Folge
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Redigiertes Transkript aus dem Schweizerdeutschen, sprachlich geglättet und leicht gekürzt. Massgebend ist die Tonspur.
Intro
Noël, wie viele Titel brauchst du, um Nummer 1 der Welt zu werden? Früher etwa vier, seit Zverev reichen auch zwei. Effizienz auf Deutsch. Sinner ist für den Rest des Jahres out, Alcaraz stolpert in Shanghai. Djokovic gewinnt in Peking sein 34. Match ohne eine einzige Niederlage. Dazu Medvedev mit der, Achtung Ironie, unglücklichsten Ballrückgabe des Jahres. Plus Shanghai, Wuhan, der Swiss Corner und die Trennung von Svitolina und Monfils. Drei Wochen Tour, null Langeweile: Das ist Sip & Charge, euer Schweizer Tennispodcast.
Herzlich willkommen zu einer vermeintlich etwas kürzeren Folge. Wir schauen mal, wie es rauskommt. Das ist die Hauptfolge zu den letzten drei Wochen. Die Vorschau auf die Swiss Indoors machen wir in einer eigenen Folge.
Zverev: Nummer 1 mit zwei Titeln
Zverev hat im Vergleich zum letzten Jahr weniger Titel geholt und ist trotzdem die Nummer 1. Man muss eben wissen, welche Turniere man gewinnt. Mit dem Punktesystem der ATP ist das einfach zu erklären: Er hat an allen Grand Slams performt und zwei Siege geholt. Ein Grand-Slam-Titel gibt 2000 Punkte. Das sind so viele wie zwei Masters-Siege oder vier 500er-Siege.
Etwas Schützenhilfe braucht es aber schon. Sinner war in diesem Jahr mehrheitlich verletzt. Das macht sicher einen Unterschied. Wissen werden wir es nächstes Jahr, wenn hoffentlich alle wieder die gleichen Voraussetzungen haben. Die Konstanz an den Grand Slams lohnt sich. Wer dort meistens Halbfinal oder Final spielt, steht in der Weltrangliste auch vorne.
Persönlich finde ich: Die zwei Grand-Slam-Titel, vor allem der erste in Roland Garros, haben ihm und dem Tennis geholfen. Wir sehen einen besseren Sascha Zverev. Er hat über das ganze Jahr gute Fitnessarbeit geleistet und hatte keine grossen Verletzungen. Höchstens einmal war er ermüdet, so wie jetzt in Shanghai. Dort hat er gegen Davidovich Fokina verloren. Er hat eine Art Titel-Diät gemacht, aber die richtigen Turniere gewonnen.
Weil Sinner die Saison beendet hat, kann er seinen Titel in Wien nicht verteidigen und verliert 500 Punkte. Zverev muss in Wien mindestens den Halbfinal erreichen, dann ist er am 2. November offiziell die Nummer 1. Wer hätte das Anfang Jahr gedacht, als wir noch diskutiert haben, ob er überhaupt je einen Grand Slam gewinnt?
Faktisch ist es der tiefste Wert an Titeln für eine Nummer 1 am Jahresende. Bisher hatten Nadal 2019, Djokovic 2018, Federer 2009 und Sampras 1998 immerhin vier Titel. Es kommt immer auch darauf an, wie stark die Konkurrenz gerade ist. Für Deutschland wäre es ein grosser Meilenstein: die erste Nummer 1 seit Becker 1991. Becker würde das sicher unterschreiben.
Djokovic in Peking und Medvedevs Disqualifikation
Der Asia-Swing war voll im Gang, bei den Männern wie bei den Frauen. Wir starten mit den Männern. Djokovic hat in Peking den Titel geholt. 34:0, was für eine Zahl! Überleg dir, wie viele Turniere das sind. Und dass du dort nie einen schlechten Tag einziehst. Der Weg war speziell: im Halbfinal eine Disqualifikation, im Final die Aufgabe von de Minaur.
Zur Disqualifikation: Ein Ball ist von hinten von der Bande abgeprallt. Medvedev hat ihn zurück ins Publikum gepfeffert, einem Zuschauer voll ins Gesicht. Ins Publikum wollte er wohl nicht schiessen. Aber sein Statement danach war einfach gut verkauft. Wenn ihr jemanden braucht, der euch aus einer heiklen Lage redet, engagiert Daniil Medvedev.
Verständnis für die Aktion habe ich trotzdem keines. Es war zu mutwillig. Ich habe Medvedev oft in Schutz genommen, aber diese Szene nicht. Dass es ausgerechnet gegen Djokovic passiert ist, hat eine gewisse Ironie. Djokovic wurde ja selbst an den US Open 2020 gegen Carreño Busta disqualifiziert. Das Match hatte Potenzial für ein Match of the Year. Schade, dass es so endete. Die Disqualifikation war aber korrekt: Du bekommst keine Punkte und kein Preisgeld. Ausschlaggebend ist, ob die getroffene Person verletzt ist. Und der Zuschauer ist offensichtlich angeschlagen rausgelaufen.
Alcaraz, Bergs und Jódars Handtuch-Szene
Alcaraz hat sich in Tokio den Titel geholt, in Shanghai war dann früh Endstation. Er kommt von einer Verletzung zurück und ist noch in einer Findungsphase. Da ist es normal, dass der Spielrhythmus fehlt und es Schwankungen gibt. Dazu waren die Bedingungen in Shanghai völlig anders, vor allem auf dem Centre Court viel schneller. Gegen Bergs kam das frühe Aus. Alcaraz sagte, ein Ball springe hoch und der andere rutsche durch. Bergs meinte, die Bälle seien in Ordnung. Beide mussten mit den gleichen spielen. Ich gönne Bergs den Sieg, er ist einer der Sympathischsten auf der Tour. In Tokio wirkte Alcaraz noch unschlagbar. Das zeigt, wie wochenabhängig das alles ist.
Auch neben dem Platz ist einiges passiert. Bist du auch so in Rage wegen der Handtuch-Szene von Jódar? Nein. In Paris fand ich es schlimmer, als er beim Ausgang den Balljungen weggeschubst hat. Das habe ich in Roland Garros live gesehen. Er ist auf dem Platz noch ziemlich gestresst. Es ging bei ihm sehr schnell nach oben. Vor einem Jahr hatten wir ihn noch nicht so auf der Rechnung. Er ist schnell in die Top 100 gekommen, sogar in die Top 12. Diesmal hat er ein Wort benutzt, das man nicht sagen sollte. Er hat eine Verwarnung bekommen und sich entschuldigt. Ich sehe das nicht so eng wie bei Medvedev.
Balljungen und Ballmädchen sind für mich aber unantastbar. Sie machen einfach ihren Job. Die Handtuch-Regelung finde ich sowieso einen Witz. An gewissen Turnieren holst du das Tuch selbst bei der Box, an anderen bringen es die Balljungen. Es würde auch ohne gehen. Aber es sind grösstenteils Kinder. Sie leben ihren Traum, wenn sie ihren grossen Vorbildern den Ball zuspielen dürfen.
Davidovich Fokina: Masters-Titel in Shanghai
Zu etwas Positivem: Davidovich Fokina. Er hat dieses Jahr eine grosse Entwicklung gemacht. Im Frühling und Sommer lief ihm wenig. Er holte ab und zu zwei Siege hintereinander, hatte aber Mühe, in ein Turnier zu finden. Seit den US Open ist er in Form, Asien hat er richtig auseinandergenommen. Dann gewinnt er das Masters gegen Jódar. Für die Hallensaison und gerade für Basel ist er ein richtig heisser Tipp.
Er spielt ein cooles, aber dosiertes Offensivspiel und verliert die Partien nicht mehr aus der Hand. Gegen Hurkacz stand er schon in der ersten Runde am Rand einer Niederlage. In Finals steht er dieses Jahr wohl bei 3:0. Vorher hatte er kein Final gewonnen, in Basel verlor er eines gegen Fonseca. Das zeigt, wie er sich mental weiterentwickelt hat. Früher sah man ihm an der Körpersprache an, wenn er innerlich aufgegeben hatte. Im Final gegen Jódar kam ein richtiges Fighter-Biest zum Vorschein. Das musst du auch, sonst holst du einen Satz- und Break-Rückstand nicht auf. Im Tiebreak des zweiten Satzes stand es sogar 5:5.
In Paris an Roland Garros ist sein Trainer einfach abgehauen, zurück nach Miami. Das hat ihn geprägt. Er hat sich hinterfragt, eine kurze Pause gemacht und ist stärker zurückgekommen. Rat holte er sich auch bei seinem guten Kollegen Arthur Fils. Auf eine Kamera schrieb er «Esperando». Spanisch für warten, also geduldig sein.
Davis Cup: Machtkampf in Spanien
Damit ist auch das kontroverse Thema Davis Cup gemeint. Für das Final-8-Turnier hat Spanien schon vier Spieler angekündigt: Alcaraz, Jódar, Pedro Martínez und Granollers als Doppelspezialist. Bei Davidovich Fokina ist es noch unklar. Ich finde das lächerlich. Es ist ein Machtkampf zwischen Captain David Ferrer und Davidovich Fokina. Im Hintergrund gab es wohl einmal eine Absage, die Ferrer gar nicht gut aufgenommen hat. Nächstes Jahr erledigt sich das Thema: Neu übernimmt Marc López als Teamcaptain. Springt Ferrer über seinen Schatten, muss er Davidovich Fokina aufbieten. Mit diesem Line-up, bitte.
Den Deutschen gebe ich an diesem Turnier aber auch einiges, gerade wegen des Doppels. Mies und sein Partner spielen nach dieser Saison nicht mehr zusammen. Und Zverev ist heiss darauf, nach seinem Jahr der grossen Titel auch dieses Turnier zu gewinnen. Ein Duell Deutschland gegen Spanien wäre cool. Gespielt wird in Bologna. Die Auslosung schauen wir uns in einer nächsten Folge genauer an.
Die Schweizer Männer
Zum Abschluss der Männerrunde ein Blick auf die Schweizer. Über die Resultate von Mika Brunold sprechen wir ausführlich in der Swiss-Indoors-Folge. Hört sie euch unbedingt an. Stan konnte vor den Swiss Indoors noch einen Sieg holen und Selbstvertrauen tanken. Witzig: Sein Gegner war nicht einmal halb so alt wie er. In der nächsten Runde wartete die Nummer 1 des Turniers. Aber Stan hat noch einmal einen Sieg auf der ATP Tour geholt. Ich bin happy, und es könnte ihm für Basel Schub geben. Wann und wo er dort spielt, hört ihr in der Swiss-Indoors-Folge.
In Roanne, wo Mika gewonnen hat, war auch Jérôme Kym am Start. Im Halbfinal trafen die beiden aufeinander. Es war fast eine Schweizer Meisterschaft. Stricker gegen Kym wäre ein Viertelfinal gewesen, Stricker trat aber nicht an. Wahrscheinlich war er angeschlagen, genau weiss ich es nicht. Brunold war früher der Italiener-Schreck, jetzt ist er der Franzosen-Schreck. Henry Bernet hat an einem Challenger in Frankreich den Halbfinal erreicht. Alle waren aktiv. Vor den Swiss Indoors werden die Schweizer immer etwas heiss. Der Spielstil gewisser Schweizer kommt der Halle entgegen. Wer gut aufschlägt wie Dominic Stricker oder Jérôme Kym, profitiert von der Dominanz beim eigenen Service und den schnellen Punkten.
Henry Bernet ist noch im Alter der Next-Gen-Spieler, liegt im Rennen aber auf Platz 19. Er müsste in Basel ein riesiges Turnier spielen, um noch in die Top 8 zu kommen. Die Next Gen Finals finden Anfang bis Mitte Dezember statt. Jetzt kommt auch die Phase, in der das Race to Turin richtig befeuert wird.
Welche Schweizer können dieses Jahr noch etwas reissen? Ich bin gespannt, wie lange das Hoch von Brunold anhält. Das kann noch lange weitergehen. Und Stricker in Basel: Da ist vieles möglich. Es ist aber schwierig zu sagen. Jedes Turnier bringt eigene Umstände, jede Auslosung ist anders. Wer in einer Woche ein Riesenturnier spielt, kann in der nächsten früh rausfallen.
Sinner: Saison-Aus nach dem Golden-Masters-Jahr
Sinner hat seine Saison beendet, mit einer Bilanz von 44:3. Eigentlich krass. Mir war gar nicht so bewusst, dass er Indian Wells, Miami, Monte Carlo, Madrid und Rom gewonnen hat. Das sogenannte Career Golden Masters. Darum war er in Roland Garros auch so durch.
Svitolina und Monfils: Trennung nach fünf Ehejahren
Zu den Frauen, mit einem Mix aus beiden Touren. Die Meldung diese Woche hat mich schockiert und traurig gestimmt: Svitolina und Monfils lassen sich nach fünf Ehejahren scheiden. Sie haben es in einem gemeinsamen Instagram-Post bekannt gemacht. Als Grund nannten sie vor allem die seelische Belastung durch den Krieg in der Ukraine. Aus der Ehe stammt eine gemeinsame Tochter, Skai. Sie steht weiterhin an erster Stelle. Ich hätte nicht gedacht, dass der seelische Stress eines Krieges zu einer solchen Trennung führen kann.
Laut einer Quelle soll Svitolina ihn per Telefon informiert haben. Das ist aber privat, darauf müssen wir nicht gross eingehen. Schade fand ich, wie Monfils seine Karriere beendet hat. Dass die Trennung einen Einfluss hatte, kann man nur mutmassen, bestätigt ist es nicht. Er ist ein sehr emotionaler Mensch. Er hat sich aus dem Testpool der ITIA abgemeldet und ist zurückgetreten. Ohne Paris zu spielen und ohne seine Wildcard zu nutzen. Es zeigt: Auch Tennisprofis sind nur Menschen.
Zheng Qinwen schreibt Geschichte in Peking
In Peking spielten Männer und Frauen gleichzeitig, die Frauen an einem 1000er-Turnier. Geschichte geschrieben hat Zheng Qinwen. Sie kam von Verletzungen zurück und musste im Ranking erst wieder hochkommen. Als erste Wildcard-Spielerin gewann sie die China Open. Und das nicht gegen Schwache, sondern im Final gegen Mirra Andreeva.
Danach hat sie die Saison vorzeitig beendet. Sie habe seit den US Open viel gespielt und sei nach vielen intensiven Matches sehr erschöpft. Ich finde es stark, dass man nach so einem Erfolg ehrlich zu sich selbst ist und sagt: Ich bin ausgelaugt, ich brauche eine Pause. Gleich danach folgte mit Wuhan das nächste grosse Turnier, wieder länger als eine Woche. Wuhan hatte mit mehreren Absagen zu kämpfen, unter anderem von Andreeva. Beide Finalistinnen von Peking sind nicht nach Wuhan weitergereist.
Swiss Corner: Bencic und Golubic
Kurz der Schweizer Fokus auf Peking: Bencic gewann die erste Runde gegen Zakharova. In der zweiten Runde zog sie relativ klar den Kürzeren gegen die spätere Halbfinalistin Ann Li, die auch Swiatek in zwei Sätzen geschlagen hat. Golubic war ebenfalls in Peking am Start und schied in der ersten Runde gegen Nosková aus. In den grossen Turnieren war sie trotzdem gut vertreten, auch wenn sie in der Weltrangliste etwas zurückgefallen ist. Kurzfristig können die Top 50 wieder ein Ziel sein.
Überrascht hat mich, dass sie jetzt gegen Katie Boulter keine vier Games geholt hat. Das war eine machbare Aufgabe. In Osaka hatte sie noch die erste Runde gewonnen. Aber jeder kann einen schlechten Tag einziehen. Im zweiten Satz ging gar nichts mehr, nach 26 Minuten war er vorbei. Vielleicht war sie auch angeschlagen, ich weiss es nicht.
Bencic spielte in Wuhan weiter. Sie profitierte davon, dass sie als Nummer 9 nachrückte und plötzlich gesetzt war. Dann traf sie aber auf Sonay Kartal, die spätere Finalistin. Da hatte Bencic etwas Pech. Jetzt spielt sie in Ningbo. Dort hat sie Ostapenko geschlagen, die Anfang des zweiten Satzes aufgeben musste. Kurz nachgeschaut: Der Direktvergleich steht damit bei 3:1. Ostapenko hat immer Lust und Laune, hatte aber am Turnier davor gut gespielt. Bencic ist auf jeden Fall noch dabei. Als Nächstes wartet eine mehr als machbare Gegnerin.
Chwalińskas Märchen in Wuhan
Aus grossem Rückstand zurückgekommen ist Maja Chwalińska. Sie hat in Wuhan ein Märchen geschrieben und im Final Kartal geschlagen. Nach 2:6 und 0:2 musste sie zum 0:3 noch zwei Breakbälle abwehren. Dann hat sie die Partie gedreht und 2:6, 6:4, 6:2 gewonnen. Es war ihr erster WTA-Titel überhaupt. Sie kratzt jetzt an den Top 10, ist die Nummer 11 der Welt. Also gar kein One-Hit-Wonder.
Ihr Stoppball ist eine echte Waffe geworden. Ich schaue ihr sehr gerne zu. Was Jódar bei den Männern ist, ist sie bei den Frauen: eine coole Newcomerin dieses Jahres, die noch begeistern wird. In Wuhan spielte sie auch den ersten polnischen WTA-Halbfinal gegen Swiatek. Swiatek war angeschlagen, wollte die Partie aber wegen Chwalińska fertig spielen. Inzwischen hat auch Swiatek die Saison beendet. Chwalińska hat nun gezeigt, dass sie auch auf Hartplatz gewinnen kann. Props, wie sie das gemacht hat.
WTA Finals: von Riad nach Indian Wells
Bei den Frauen sind die Finals etwas durcheinandergeraten. Eigentlich hätten sie in Riad stattgefunden. Dort wird momentan kein Tennis gespielt, genauso wie es keinen Six Kings Slam gibt. Darum zieht man dieses Jahr nach Indian Wells. Nächstes Jahr sollen die Finals dann in Charlotte in den USA stattfinden. In Indian Wells ist es angenehm, durchschnittlich etwa 24 Grad. Los geht es am 8. November.
Auch das Race wurde durchgemischt, weil Swiatek die Saison beendet hat. Kostiuk hat heute erneut ein Match aufgegeben. Jovic und Chwalińska könnten als Alternates noch reinrutschen. Rybakina führt die Liste wieder an. Qualifiziert sind Rybakina, Sabalenka, Andreeva, Pegula, Gauff, Svitolina, Muchová und Nosková. Einige haben vor den Finals Turniere abgesagt. Gauff etwa hat ihren Titel in Wuhan nicht verteidigt. Mit Pegula und Gauff und allenfalls Jovic als Alternate gibt es ein Heimspiel für die Amerikanerinnen.
Belinda Bencic liegt im Race auf Platz 18. Mit einem Titel in Ningbo würde sie etwa auf Platz 14 vorrücken, für die Finals reicht es nicht mehr. Die ersten neun haben alle über 4'000 WTA-Punkte. Das Race zeigt gut, wer eine starke Saison gespielt hat. Wie bei den Männern beginnt jetzt die heisse Phase, auch mit den Swiss Indoors.
Outro
Das war unser Roundup zum Asia-Swing. Wir wollten uns kurz halten und haben es trotzdem wieder überzogen. Hört uns beim Autofahren oder im Gym, und bewertet uns gerne, wenn ihr gerade nicht am Steuer sitzt. Nicht vergessen: Schaltet die Swiss-Indoors-Folge ein. Bald hören wir uns wieder, wenn wir die Auslosungen der Finals kennen. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.
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